Mobiler Bücherdienst erlebt Renaissance

Neue Bücherlieferanten, neue Lesehilfen, neuer Elan: Die Stolberger Stadtbücherei aktiviert kostenlosen Service für ältere Menschen.

Foto: S.-L. Gombert
Foto: S.-L. Gombert

Wenn Anita Strauch und Rudi Theisen an der Haustüre stehen, dann bringen die beiden in der Regel zwei Sachen mit: Bücher und Zeit. Sie sind die beiden neuen Ehrenamtler, die hinter dem mobilen Bücherdienst der Stolberger Stadtbücherei stecken. Seit November sind die zwei regelmäßig mit vollgepackten blauen Taschen im Stadtgebiet unterwegs, um Lesestoff und auch Hörbücher an Stolberger zu verteilen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, selbst die Bibliothek aufzusuchen. Bald haben sie noch kleine Extras dabei: Denn die Bibliothek hat vom Lions Club Eschweiler-Stolberg und vom „Hotel de Ville“ in Eschweiler eine ganze Reihe von Leselampen geschenkt bekommen. Bei einem Pressetermin ist das Projekt in seiner neuen Form vorgestellt worden.

 

„Ich habe selbst in der Zeitung davon erfahren, dass Ehrenamtliche für den mobilen Bücherdienst gesucht werden“, erzählt Anita Strauch, die selbst auch eine begeisterte Leserin ist. Vier Mal ist sie jetzt schon mit Büchern im Stadtgebiet unterwegs gewesen. „Die Aufgabe bereitet mir große Freude“, erzählt die Altenpflegerin. Denn als Bücherdienst bringt sie nicht einfach nur Bücher bis an die Wohnungstür ihrer Kunden, sondern nimmt sich Zeit für jeden Einzelnen. „Ich habe festgestellt, dass die Menschen gerne mit mir darüber sprechen, was sie gerade gelesen haben, oder auch was sie sonst so beschäftigt.“

 

Diese Erfahrung hat auch ihr Kollege Rudi Theisen gemacht. Er, der sich auch im Pfarrgemeinderat von St. Franziskus engagiert, sei angesprochen worden, ob er die Aufgabe übernehmen wolle, und habe gleich zugesagt. Auch in Theisens Augen kommt es nicht nur darauf an, reiner Bücherlieferant zu sein. „Ich glaube, wir müssen den älteren Menschen und denen mit einer Sehbeeinträchtigung klar machen, dass es heutzutage viele Möglichkeiten gibt, eine Hilfestellung beim Lesen zu bekommen“, sagt er.

 

Da sind die neuen Leselampen mit LED-Leuchten, die die Bücherei nun vom Lions Club Eschweiler-Stolberg und vom Hotel de Ville im benachbarten Eschweiler gespendet bekommen hat, eine willkommene Hilfe: „Ich habe von dem Projekt gehört und war sofort begeistert“, sagt Anita Kloth, Hoteldirektorin. Auch sie lese selbst sehr gerne und freue sich, ein Projekt zu unterstützen, bei dem sich Menschen so für andere engagieren. Für den Lions Club Eschweiler-Stolberg ist es nicht der erste Einsatz in der Stolberger Bücherei: „Vor wenigen Monaten hat unser Club die Einrichtung des Selbstlernzentrums für die deutsche Sprache in der Bibliothek unterstützt“, sagt Hans-Gerd Vogelsberg vom Lions Club. Die Lampen sollen vornehmlich für die Kunden des mobilen Bücherdienstes sein. Doch auch im regulären Bibliotheksbetrieb könnten diese durchaus zum Einsatz kommen, erklärt Thomas Meirich, stellvertretender Büchereichef.

 

Auch aus Sicht der Stolberger Stadtverwaltung hat das Bücherdienst-Projekt durch das Engagement von Anita Strauch und Rudi Theisen sowie durch die Spende aus der Nachbarstadt neuen Aufwind bekommen. „Den Bücherdienst gibt es eigentlich schon viele Jahre, aber jetzt haben wir ihn aus einer Art Dornröschenschlaf erweckt“, sagt Stolbergs Bürgermeister Tim Grüttemeier. Es sei großartig, dass auch Menschen an der Bücherei teilhaben können, die es nicht mehr selbstständig ins Frankental schaffen.

 

„Ich denke, dass der Bücherdienst ein wesentlicher Baustein in unserem Konzept für die Bücherei ist“, merkt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger an. So soll die Bücherei ein Ort für alle sein, „und das über diese Räumlichkeiten hinaus – bis in die Wohnzimmer der Stolberger Leser hinein.“

 

Wer von dem kostenlosen Service der Bücherei profitieren möchte, kommt in der Regel zunächst mit Thomas Meirich ins Gespräch. „Der Bücherdienst ist ein Service für ältere, dauerhaft oder auch nur zeitweise erkrankte sowie behinderte Bürgerinnen und Bürger, die selbst nicht in die Stadtbücherei kommen können“, erklärt Meirich. „Ich besuche die neuen Kunden und versuche schon mal, Präferenzen zu klären. Meine Kollegin packt dann die individuellen Büchertaschen – möglichst nach Wunsch.“

 

Wie Monika Franken weiß, sind die Vorlieben der Leser sehr unterschiedlich: „Einige sind verrückt nach den Eifelkrimis von Jacques Berndorf. Andere lesen lieber Heimatkundliches. Auch Hörbücher sind sehr gefragt“, weiß die Büchereimitarbeiterin.

 

Das Feedback, das Anita Strauch und Rudi Theisen von ihren Runden mitbringen, versucht das Bibliotheksteam bei den nächsten Bücherbestellungen zu berücksichtigen. „Einige Leser können wirklich gar nicht genug bekommen“, sagt Anita Strauch lachend, „die haben dann ihre ausgeliehenen Bücher schon zwei oder drei Mal gelesen, bevor wir sie wieder abholen kommen.“

 

Zwischen fünf und zehn Stolberger Bürger gehören derzeit zu den regelmäßigen Nutzern des Bücherdienstes, wobei die Zahl stark schwankt. „Wir wollen das Projekt jetzt noch einmal kräftig bewerben“, sagt Stolbergs Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen, die selbst auch drei Monate übergangsweise Bücherkurier war. Darum sind jetzt neue Plakate und Flyer entstanden, die unter anderem in den Seniorenzentren der Stadt ausgelegt werden sollen. „Auch Vereine, in denen viele Senioren tätig sind, werden wir ansprechen“, sagt Nießen. Denn eines steht jedenfalls fest: Die beiden Bücherlieferanten Anita Strauch und Rudi Theisen haben noch einige Kapazitäten frei und freuen sich auf weitere bücherbegeisterte Stolberger, die sie mit ihren voll bepackten blauen Taschen besuchen können.

 

Der Stolberger Bücherdienst im Überblick

 

  • Der mobile Bücherdienst ist ein kostenloser Service der Stadtbücherei Stolberg. Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter Anita Strauch und Rudolf Theisen bringen einmal pro Monat eine individuell zusammengestellte Auswahl an Medien zu den Kunden nach Hause.
  • Aus dem gesamten Angebot der Stadtbücherei können Romane, Sachbücher, Hörbücher, CDs und Zeitschriften ausgeliehen werden. Seit Kurzem verfügt die Bibliothek dank einer Spende des Blinden- und Sehbehindertenvereins der Städteregion auch über eine beachtliche Sammlung an Büchern und Medien speziell für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen.
  • Auch Alten- und Pflegeheime im ganzen Stadtgebiet werden bedient. Wer vom Bücherdienst profitieren möchte, ruft am besten Thomas Meirich oder Monika Franken in der Stadtbücherei an unter☏ 02402/863206.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
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