Stadtarchiv erlaubt historischen Rückblick

Zum „Tag der Geschichte“ öffnet der städtische Archivar wieder das Tor seines Hauses. Schwerpunkt liegt auf dem Thema Arbeit.

Zum zweiten Mal hatte das Stadtarchiv von Strolberg eingeladen zum „Tag der Geschichte“ und sowohl Vereine als auch Gäste nahmen das Angebot im Alten Rathaus gerne an. Historiker Christian Altena hatte im letzten Jahr kurz nach Übernahme der Verantwortung für das städtische Archiv den vom Verband der Archivare bundesweit ausgerufenen Tag der Archive in Stolberg als Kulturveranstaltung im Rathaus eingeführt und nun entgegen des zweijährlichen Turnus des Verbands das Event schon in diesem Jahr wiederholt.

 

Wieder dabei waren der Eifel- und Heimatverein Breinig und der Arbeitskreis Mausbacher Geschichte, die das Tagesmotto des Stadtarchivs „Arbeit“ gerne für ihre eigene Ausstellung von Bildern und Exponaten nutzten. Die Vorstellung des aktuellen Projekts zur Rettung des Froschschachts, eines historischen Relikts Stolberger Bergbautätigkeit in Gressenich, fehlte dabei nicht und wurde beeindruckend ergänzt durch authentische Tonaufnahmen ehemaliger Grubenarbeiter, die von ihrem Alltag berichteten.

 

Erstmals vertreten war die Gruppe Z, die sich in Stolberg der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit widmet und eng mit den Mausbachern zusammenarbeitet. Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein war natürlich auch wieder anzutreffen und rundete das Angebot mit lokalhistorischen Publikationen ab, so dass geschichtsinteressierte Bürger ihr Bücherregal auffüllen konnten.

 

Klassiker der Stolberger Geschichte zeigte das Museum in der Torburg mit Galmeibrocken aus hiesigen Bergwerken oder Messingprodukten wie einer Kalabasse, einem historischen Aufbewahrungsgefäß, oder Fingerhüten.

 

Abgerundet wurde die kleine museale Darstellung durch schöne Exponate der Woll- und Stoffverarbeitung, die sonst im Museum zu besichtigen sind, sowie eine schwere, hundertjährige Sattlernähmaschine. Diese steuerte das Museum Zinkhütter Hof bei, deren studentischer Mitarbeiter Johannes Mussehl daraus eine kleine Schuster-Ausstellung machte.

 

Passendes Werkzeug und Nachbildungen mittelalterlichen Schuhwerks zeigte der Stolberger Geschichtsstudent, der dieses genau nach Vorbild selbst hergestellt hatte.

 

Der Nachwuchs erhielt auch bei der Ausstellung des Stadtarchivs eine Chance, sein historisches Interesse zu präsentieren: dem „Tag der nationalen Arbeit 1933“ war eine Ausstellung des Archiv-Praktikanten Moritz Kurth gewidmet. Der 17-jährige Schüler hatte anhand von Archivunterlagen ausgearbeitet, wie der 1. Mai in Stolberg von den Nazis propagandistisch für ihre Zwecke genutzt wurde. Diese ist genau wie die mit „ARBEIT“ überschriebene Fotoausstellung des Stadtarchivs, die acht Themenkomplexe von Arbeit im Stolberger Kontext vorstellt, noch bis zum Ende des Monats im Alten Rathaus zu besuchen.

 

Teils bisher unveröffentlichte Fotos, eindrucksvolle Luftbilder Stolberger Industrieunternehmen und eine kleine Auswahl technischer Zeichnungen von Anlagen des 19. Jahrhunderts trafen auf das Interesse vieler Besucher. Das vielfältige Angebot sorgte für ein lebhaftes Kommen und Gehen, Fachsimpeln und Kontakteknüpfen. Die Verwaltungsangestellte Kerstin Schankweiler und vor allem Bärbel Wiese vom Vorstand des Museums in der Torburg sorgten für ein angenehmes Ambiente. Der Erlös der Veranstaltung soll dem Erwerb der kunst- und kulturhistorisch bedeutsamen „Blauen Tapete“ des Kupferhofs Roderburg zukommen.

 

Im historischen Rathaus konnten die Besucher Geschichte rundum erleben, da auch eigens darauf hingewiesen wurde, dass im Obergeschoss vor dem Ratssaal die Dauerausstellung der jüngst ergänzten Bürgermeistergalerie zu finden ist, und auch die bemerkenswerten historischen Stadtmodelle einen dreidimensionalen Blick in Stolbergs Vergangenheit ermöglichen.

 

Stadtarchivar Altena wie auch die beteiligten Vereine zeigten sich zufrieden mit der Resonanz der Besucher. Etwa drei Dutzend hatten die Gelegenheit genutzt, mit Altena in den Untergrund zu gehen, also im Keller das Archivmagazin kennen zu lernen. Die Führung von anderthalb Stunden verging wie im Flug, wie man einhellig berichtete. „Sorgfalt und Sachverstand“ bescheinigte Franz-Josef Surges dem Stadtarchiv. Und als stellvertretender Vorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins nahm er die Stolberger Anregung beeindruckt auf und „werde mich dafür einsetzen, dass Archivführungen und Öffentlichkeitsarbeit“ bald auch in seiner Heimatstadt umgesetzt werden.

 

Schließlich hörte man nicht nur viel über Funktion des Archivs und die Konservierung und fachgerechte Lagerung von Archivalien, sondern man bekam auch einige besondere Stücke zu sehen und erfuhr einiges über die Zeitungssammlung, die Personenstandsregister, Stiftungen und Nachlässe, die verschiedenen Aktenbestände und vieles mehr.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
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