„Hier ist es nur noch lebensgefährlich“

Stadt will Konsequenzen ziehen: Baustelle Sebastianusstraße und Umleitung Hamm  Arbeiten noch bis zum 4. August.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

„Die Polizei ist gefordert“: Das sagen Atscher, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter im Bauausschuss zum unerwünschten Lkw-Verkehr auf der Hammstraße. Ohne dass es vorab auf der Tagesordnung steht, möchte der Technische Beigeordnete Tobias Röhm eigentlich nur in der Sitzung über die Situation der Baustelle auf der Sebastianus­straße (L 236) sprechen. Dass dennoch ein knappes Dutzend Atscher auf der Zuschauertribüne Platz nimmt, ist wohl eher einem Post bei Facebook zu unserer Berichterstattung zum Bau des Netto-Marktes in Gressenich am Nachmittag zu verdanken. Da gratulieren Atscher den Gressenichern und wiesen auf ihr Problem hin: „Nur leider ist die Atsch chronisch von Stillstand betroffen.“ Daraufhin folgt online des Bürgermeisters Tipp zur Ausschusssitzung am Abend.

 

Und dort lassen die Atscher dann gehörig Dampf ab, denn rund um die Baustelle lässt sich vieles beklagen. Angefangen vom Beginn im Oktober vergangenen Jahres, seit dem sich wenig Sichtbares bewegt hat. Und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Über die Umleitungsstrecke durch die Hamm, die als „lebensgefährlich für Autofahrer und Fußgänger“ geschildert wird. Bis hin zum Schwerlastverkehr, der sich verbotenerweise über die schmale alte Straße, die weitgehend ohne Gehweg ist, quält. Gestern Morgen rücken Mitarbeiter des Technischen Betriebsamtes zumindest das kleine Heer von Baken am Straßenrand wieder zurecht, das einen Hauch von Sicherheit bieten soll. „Das machen sie täglich“, sagt Röhm. Aber die Situation auf der Umleitungsstrecke bleibt schwierig. In Höhe der Bebauung zwischen den „Hövvelen“ und dem Friedhof parken Fahrzeuge an dem einen Fahrbahnrand, während gegenüber kleine Anhänger abgestellt sind, wodurch zusätzliche Engstellen für den Begegnungsverkehr entstehen – ebenso wie auf der Friedhofsstraße, wo ungeachtet des absoluten Halteverbotes zu jeder Zeit geparkt wird. Das soll jetzt überwacht werden.

 

Auf Wunsch der Aseag hat die Stadt mangels Alternativen die Hamm als Umleitung für den Linienbusverkehr zwischen der Innenstadt und Eilendorf ausgeschildert. „Das Problem ist, dass da, wo Gelenkbusse fahren dürfen, auch Schwerlastverkehr durchpasst“, erklärt Bernd Kistermann, Amtsleiter für Immobilienmanagement und technische Infrastruktur, den Bürgern. Verbotsschilder seien dabei wenig durchsetzungskräftig. „Das hat man ja auch an der Leverkusener Brücke gesehen“, sagt Kistermann. Der Schwerlastverkehr soll eine Umleitung über die Achse Von-Coels-Straße / Buschmühle / Cockerillstraße (L 221) nehmen.

 

Allerdings besteht zwischen der Situation auf der A1 und der aktuellen Lage von Sebastianus- und Hammstraße der Unterschied, dass – zumindest derzeit – hier gar keine weiträumige Umleitung ausgeschildert ist. Es fehlen jegliche Vorwegweiser. An der Einmündung der Sebastianusstraße steht lediglich an einem Absperrgitter der Hinweis auf die in 600 Meter beginnende Sackgasse. Ein gelber Umleitungswegweiser liegt sorgfältig umgedreht und durch Ständer gesichert daneben auf der Wiese.

 

Ein generelles Durchfahrverbot für die Sebastianusstraße folgt erst innerhalb der Ortsdurchfahrt hinter dem Abzweig der Friedhofstraße mit dem Hinweis, dass die Strecke für Anlieger bis zur Baustelle frei ist.

 

Die Baustelle selbst – seit Oktober zwischen Karlstraße und „An der Waldmeisterhütte“ – soll eigentlich komplett für den Verkehr gesperrt und mit abgesperrt sein, sagt die Verwaltung. Das ist sie de facto aber nur während der eigentlichen Bautätigkeiten.

 

Außerhalb der Arbeitszeit fließt dort der Verkehr über die Sebastianus­straße. Dass mag zwar für die Fahrzeugführer praktisch sein, ist aber gefährlich, sagt Dina Graetz (Grüne) im Ausschuss. Denn die etwa 20 Zentimeter tief ausgekofferten Fahrbahnränder sind lediglich alle paar Meter mit einer Bake gekennzeichnet. Groß sei die Gefahr, dass ein Auto hängen bleibe oder ein Zweiradfahrer hineinstürze ...

 

Gestern haben sich Röhm und Kistermann daraufhin selbst noch einmal ein Bild vor Ort gemacht und getestet, wie lange die angeordnete Vollsperrung in Höhe der Kirche Bestand hat. Normalerweise werde der Abschnitt mit Gittern gesperrt. „Kaum dass wir die Absperrung aufgestellt hatten, räumten Anlieger oder ankommende Autofahrer die Gitter wieder beiseite“, bilanziert Röhm. Solch einer „Kraft des Faktischen“ begegnet die Verwaltung nun, indem sie eine Längsabsperrung der Fahrbahn anordnete, um die Verkehrssicherheit herzustellen. Sie wird noch am Nachmittag aufgestellt. Angekündigt werden außerdem Kontrollen der Halteverbote. Zudem machten sich Röhm und Kistermann auf die Suche nach Vorwegweisern und Umleitungsschildern. Ihre Bilanz: Sie sind zwar vorhanden, werden aber immer wieder demontiert, umgetreten oder in Wiesen geworfen – dies entspreche den Erfahrungen des beauftragten Unternehmens.

 

Sollte das so weitergehen, wäre damit noch lange für verärgerte Bürger in Atsch gesorgt. Denn endgültig abgeschlossen sein sollen die Maßnahmen zur Verkehrssicherung auf der Landesstraße am 4. August diesen Jahres, erläutert Bernd Kistermann im Ausschuss. Dass gleich zum Auftakt die Verzögerungen begannen, ist zumindest erklärbar. Ursprünglich will die Stadt nur punktuell die einzelnen Maßnahmen umsetzen: Haltestellen um- und Querungshilfen einbauen. „Mehr nicht“, so Kistermann. Das lockt seinerzeit auch keinen Versorgungsträger hinter dem Ofen hervor. Dann fordert der für die Fahrbahn zuständige Landesbetrieb, dass dort, wo die Stadt ihre Nadelstiche setzen möchte, auch die Fahrbahn bis zu ihrer Mitte neu gebaut wird. Das bedeutet heute an der Kirche und im Sommer für den Rehgrund, dass die Landesstraße in den Bereichen der Haltestellen komplett erneuert wird. Und damit sind auf einmal die Versorgungsträger mit im Boot, die bei dieser Gelegenheit Leitungen erneuern lassen. In der Konsequenz: Neben einem verzögerten Beginn werden die Arbeiten umfangreicher und dauern länger.

 

Zudem ist offensichtlich in Vergessenheit geraten, dass an der Ecke zur Waldmeisterhütte ein Bunker gestanden hat, dessen Überreste nun dem Tiefbauunternehmen heftigen Widerstand leisten. Just in Greifweite vor der dortigen Bank endet auf dieser Straßenseite der abgeriegelte Gehweg. Weil aber ein alternativer sicherer Fußweg ein meilenweiter Umweg wäre, schieben die Atscher das Sperrgitter einfach zur Seite und tapsen durch die gefährliche Baustelle mit aus dem Beton ragender Stahlarmierung.

 

  • Dass in diesen Tagen nicht an der Sebastianusstraße gearbeitet wird, ist dem Wetter geschuldet: Für die anstehende Verdichtung des Untergrundes ist es einfach zu nass, sagt Kistermann. Jedenfalls soll der Abschnitt Kirche am 28. April zu den Akten gelegt sein.
  • Vom 2. bis 19 Mai folgt der Einbau einer Querungshilfe an der Einmündung Goethestraße, wo jeweils auf fünf Metern in beiden Fahrtrichtungen die Straße erneuert wird. Die Arbeiten erfolgen unter Vollsperrung im Baustellenbereich; in dieser Zeit ist die Waldmeisterhütte Einbahnstrecke zur Würselener Straße und die Karl­straße zur Sebastianusstraße.
  • Vom 22. Mai bis 21. Juli wird der Abschnitt im Rehgrund unter Vollsperrung hergestellt; die Umleitung für Linienbusse erfolgt über Hirschfeld und Friedhofstraße.
  • Letzte Maßnahme ist vom 24. Juli bis 4. August der Ausbau der Fahrbahnverengung an der Einmündung der Nordstraße; er soll ohne Vollsperrung erfolgen können.
  • Wenn die Arbeiten an der Sebastianusstraße abgeschlossen sind, soll die Hammstraße eine neue Fahrbahndecke erhalten, ohne dass die Anlieger dafür zu den Kosten herangezogen werden können, kündigt Bürgermeister Tim Grüttemeier an.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

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