Ärzte schließen Bündnis gegen den Darmkrebs

Krankenhaus und Medizinisches Versorgungszentrum möchten mit einer gemeinsamen Aktion am 7. März die Scheu vor der Koloskopie nehmen .

Foto: Heike Eisenmenger
Foto: Heike Eisenmenger

An ihm kommt keiner vorbei: Ob es das Stück Nusstorte, die Thüringer Bratwurst oder der Apfel ist – sie alle müssen den Darm passieren. Während der Darm die Nahrung durch seine zahlreichen Windungen presst, spielt sich Erstaunliches ab: Die Nahrung wird in ihre Bestandteile zerlegt, Nährstoffe werden herausgefiltert und in Treibstoff für unseren Körper umgewandelt. Dabei laufen im Hintergrund chemische und physikalische Prozesse von beeindruckender Präzision ab.

 

Erst wenn diese hochkomplexen Abläufe gestört sind, merken wir, wie entscheidend ein gesunder Darm für unser Wohlbefinden ist. Eine große Gefahr für das unermüdlich arbeitende Verdauungssystem ist Darmkrebs.

 

„Im Schnitt betrifft jede siebte Krebserkrankung den Darm. Es ist die dritthäufigste Krebserkrankung nach Brust- und Prostatakrebs“, bilanziert Dr. Bernd Kallenberg, Proktologe und Internist vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Stolberg. Gemeinsam mit Sebastian Exner, als Internist und Gastroenterologe seit Oktober im MVZ, sowie den beiden Bethlehem-Chefärzten, Dr. Joachim Heise (Chirurgie) und Dr. Dr. Christoph Dietrich (Innere), will er die Bevölkerung wachrütteln, um vom Nutzen der Dickdarmspiegelung zu überzeugen.

 

Die Aktion der vier Ärzte ist eingebettet in eine bundesweite Kampagne gegen Darmkrebs. In Stolberg findet die Aktion am Dienstag, 7. März, von 10 bis 13 Uhr, im MVZ am Kaiserplatz statt. Bereits zum dritten Mal in Folge schließen das MVZ und das Bethlehem-Krankenhaus dieses Bündnis, um für die Koloskopie zu werben.

 

„Bei vielen Erkrankungen, insbesondere bei Krebs, ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Kliniken und den niedergelassenen Praxen ein wesentlicher Punkt für die Behandlungsqualität“, sagt Chefarzt Dr. Heise. Denn nur bei einem intensiven Austausch der Ärzte sei eine gute Betreuung des Patienten vom Anfang bis zum Ende der Therapie gewährleistet.

 

Jährlich sterben etwa 26 000 Menschen an Darmkrebs. „Im Frühstadium erkannt, sind die Heilungschancen sehr hoch“, betont der Internist Exner. Doch Darmkrebs ist tückisch: „Beschwerden stellen sich bei Darmkrebs meist erst dann ein, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Darum ist der Vorsorgetermin so wichtig“, erklärt Dr. Dietrich, der im wissenschaftlichen Beirat der Gastro-Liga aktiv ist. Über die Dickdarmspiegelung werden auch Wucherungen wie etwa Polypen, die als Vorstufe von Krebs gelten, aufgespürt. „Wir entfernen die Polypen direkt bei der Koloskopie“, sagt Exner.

 

Im Rahmen des Koloskopie-Programms konnten nach Aussage des Deutschen Krebsforschungszentrums von 2003 bis 2010 bundesweit etwa 100 000 Fälle von Darmkrebs verhindert werden. Weitere 50 000 Fälle seien in einem frühen, heilbaren Stadium entdeckt worden. Es gibt sicherlich Angenehmeres als eine Darmspiegelung, „aber im Prinzip verschläft man die Untersuchung“, verweist der Gastroenterologe Exner auf die Beruhigungsspritze vorab.

 

Die Darmkrebsvorsorge gehört zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm. Für Frauen und Männer im Alter von 50 bis 54 Jahren ist ein jährlicher Schnelltest vorgesehen, der verborgenes Blut im Stuhl nachweist. Dieser Stuhltest wird hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit in Fachkreisen jedoch kontrovers diskutiert. Ab dem 55. Geburtstag wird die Dickdarmspiegelung empfohlen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Danach reicht eine Wiederholung im Abstand von zehn Jahren bei unauffälliger Koloskopie oder in kürzeren Abständen bei Nachweis von Adenomen (Polypen).

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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