Mit der roten Clownsnase ans Krankenbett

Annemie Missinne arbeitet mit Leidenschaft als Klinik-Clown. Seit fünf Jahren in Aachen. Karneval ist ihr dagegen eher fremd.

Fotos: Klinik -Clowns Aachen
Fotos: Klinik -Clowns Aachen

Was macht ein Klinik-Clown eigentlich an Karneval? Am heutigen Rosenmontag liegt diese Frage irgendwie auf der Hand. Annemie Missinne hat tatsächlich meistens eine rote Clownsnase dabei, wenn sie unterwegs ist. Aber als Clown ins knatschjecke Getümmel? Das wohl eher nicht. „Ich bin ja keine Rheinländerin“, sagt die gebürtige Belgierin. „An den Karneval taste ich mich allmählich heran.“ Und mit dem Clown im Karneval habe ein Klinik-Clown sowieso ganz und gar nichts gemeinsam.

 

Annemie Missinne spricht da aus Erfahrung. Die 55-Jährige hat den Beruf Clown nämlich gelernt. Ausgebildet wurde sie an der Schule für Tanz, Clown & Theater (TuT) in Hannover. 13 Jahre lang hat sie dann in Bremen an Kliniken gespielt. Die Bremer Klinikclowns hat sie mit gegründet. Bereits im fünften Jahr ist die 55-Jährige nun schon in Aachen als Klinik-Clown im Einsatz.

 

Auf drei Kinderstationen im Uniklinikum gehen die Aachener Klinik-Clowns aktuell auf Visite. Annemie Missinne verwandelt sich dann in die Clownin „Loretta“, packt sich eine dicke Schleife in die Haare und die rote Nase ins Gesicht und zieht los von Krankenzimmer zu Krankenzimmer. Hinter jeder Tür eine neue Situation, in jedem Zimmer ein neues Schicksal. Wenn die Klinik-Clowns auftauchen, dann geht es nicht um Klamauk. „Loretta“ und ihre Kollegen wollen vielmehr etwas Leichtigkeit, Freude und eine Portion Anarchie in den Krankenhausalltag bringen und so das Wohlbefinden der kleinen Patienten stärken. Freude bringen, das klingt einfach, ist aber hohe Kunst. Denn in den Betten liegen schwerkranke Kinder, ängstliche Kinder, mutlose Kinder . . .

 

„Man braucht eine gute Mischung aus clowneskem Können und Improvisationstalent“, erklärt Missinne. „Und man braucht Empathie und Fingerspitzengefühl.“ Und an jedem Krankenbett, mit jedem Kind, muss sich diese Mischung in wenigen Minuten aufs Neue bewähren. „Wir klopfen an, und es entsteht etwas. Wenn es sehr gut läuft, wird aus dieser Begegnung zwischen kleinem Menschen und Clown ein magischer Moment.“

 

„Clownsarbeit ist ein therapeutisches Werkzeug“, sagt Heidi Wohlhüter, Mitbegründerin und zweite Vorsitzende des Vereins Klinik-Clowns Aachen. „Das ist wertvolle Arbeit, die die Heilung der Patienten unterstützen soll.“ Ohne den Verein um den 1. Vorsitzenden Uli Opdenberg und ohne die Ehrenamtler, die sich darin engagieren, wäre der Einsatz von „Loretta“ und ihren Kollegen allerdings kaum möglich. Denn Krankenhäuser haben häufig keine Finanztöpfe, um das Honorar von Klinik-Clowns zu bezahlen. Deshalb ist der Verein stets auf der Suche nach Spendern und Sponsoren. „Wir brauchen dringend Menschen, die uns unterstützen“, sagt Wohlhüter.

 

Nicht nur auf den Kinderstationen im Uniklinikum trifft man die Klinik-Clowns an. Hin und wieder gönnen sie sich einen kleinen Ausflug in dem gewaltigen Gebäude. Dann verlaufen sich die Clowns auch schon mal in die Wäscherei und landen vor den riesigen Waschmaschinen. „Da staunt dann der Clown in mir“, gesteht Annemie Missinne.

 

Zurück zu den närrischen Tagen: Bis Aschermittwoch sind die Klinik-Clowns nicht im Einsatz. Denn auch in der Uniklinik gibt es eine Portion Karneval. Und da würden die eher leisen Töne der Klinik-Clowns wahrscheinlich untergehen.

 

Mittlerweile sind die Aachener Klinik-Clowns auch regelmäßig im Altenheim im Einsatz, in Haus Cadenbach im Luisenhospital. Das ist auch für eine erfahrene Clownin wie Annemie Missinne und ihren Clownskollegen Norbert Conrads alias „Pit“ eine neue Herausforderung.

 

Übrigens soll das Team bald Verstärkung bekommen. Mehrere Nachwuchskräfte sind derzeit bei Annemie Missinne in der Ausbildung. „Wenn es gut läuft, haben wir bald sechs Leute in der Gruppe“, freut sie sich. Dann ist für die kranken Kinder im Uniklinikum sogar ein weiterer Clownstag drin.

 

Der Verein im Netz:

www.klinikclowns-aachen.de

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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