Spielend die deutsche Sprache lernen

Die Städteregion Aachen hat zwei Bildungsprojekte für Kinder ohne Deutschkenntnisse kombiniert.

An der Tafel macht Rein schon eine gute Figur. Mit Liedern, Reimen und Spielen lernen die Kinder immer mehr Wörter kennen und können sich schon bald im Schulalltag zurecht finden. Foto: B. Zilkens
An der Tafel macht Rein schon eine gute Figur. Mit Liedern, Reimen und Spielen lernen die Kinder immer mehr Wörter kennen und können sich schon bald im Schulalltag zurecht finden. Foto: B. Zilkens

Fünf waagerechte Striche malt Rein auf die Tafel. Aus so vielen Buchstaben besteht nämlich der Name des Tieres, das der Achtjährige ausgewählt hat. Die anderen Kinder im Klassenraum müssen jetzt raten, um welches Tier es sich handelt. Ein „B“ ist schon mal nicht dabei.

 

Holländisch kann Rein zwar schon fließend – beim Deutsch hapert es aber noch. Deshalb macht der Achtjährige, der aus Syrien stammt und mit seinen Eltern über die Niederlande nach Nordrhein-Westfalen gekommen ist, einen Deutsch-Intensivkurs, kurz „DIKu“. „Dabei lernen die Kinder die sprachlichen Grundlagen und einen altersgemäßen Wortschatz kennen“, erklärt Maike Kempen, DIKu-Lehrerin und Fachberaterin für Deutsch als Zweitsprache. „So können sie schon nach kurzer Zeit Farben und Kleidungsstücke benennen. Die Grammatik ist nicht entscheidend. Es kommt darauf an, dass die Kinder schnell verstehen und sich auch trauen, selbst zu sprechen.“ So etwas geht natürlich am besten spielerisch, mit Liedern und Reimen. Und seit dem vergangenen Jahr auch mit Experimenten.

 

Damit die Kinder sprachlich noch besser gefördert werden, hat die Städteregion Aachen zwei Erfolgsprojekte zusammengelegt: Die „DIKus“ gehen nun mit der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ Hand in Hand – zumindest für eine gewisse Anzahl an Stunden. Beim gemeinsamen Experimentieren mit Wasser und Farben und beim Umgang mit Pipetten und Filterpapier werden der Entdeckergeist und die Neugier der Kinder geweckt und die Sprachkompetenz gestärkt. „Sie sind gelöst, ihre Augen leuchten und es knistert vor Begeisterung“, berichtet Maike Kempen. „Und das Sprechen in der Gruppe macht selbstbewusst. Da ist es egal, wenn einem mal das Wort fehlt. Wichtig ist, dass man merkt: Ich schaffe das!“

 

Etwa 210 Kinder an zehn Grundschulen in der Städteregion haben im vergangenen Jahr mit Hilfe von altersgerechten Experimenten die deutsche Sprache erlernt. Auch an der Grundschule Hermannstraße gibt es das Angebot. „Wir haben ganz überwiegend positive Erfahrungen damit gemacht“, sagt Schulleiterin Renate Krickel. „Es sind sehr ambitionierte Kinder darunter und auch die Eltern, die zum Teil aus ihren Heimatländern vertrieben wurden, bringen uns sehr viel Vertrauen entgegen. Das ist schon erstaunlich.“ Ziel der Anstrengungen ist natürlich, die Kinder so schnell wie möglich in den Regelunterricht zu integrieren. Nach etwa sechs Monaten der Förderung sollen sie so weit sein, dass sie dem „normalen“ Unterricht folgen können und verstehen, was gesagt wird.

 

Dass es die „DIKus“ überhaupt in Zusammenhang mit dem „Haus der kleinen Forscher“ gibt, ist maßgeblich dem Verein „Bildungsengel – Initiative für Chancengerechtigkeit durch Bildung e.V.“ zu verdanken. Denn ohne den Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro, mit der die Weiterbildung des pädagogischen Personals finanziert werden konnte, wäre die Vereinigung der Projekte nicht möglich gewesen. „Es heißt immer: „Frau Merkel, machen Sie mal!“ Aber das alleine reicht nicht“, begründet der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Detlev Müller-Böling, den finanziellen Zuschuss. „Humanität ist nicht nur Aufgabe der Bundeskanzlerin. Es ist bürgerschaftliches Engagement gefragt. Und es ist sehr beglückend zu sehen, welche Fortschritte die Kinder schon nach kurzer Zeit machen.“

 

Das Tier, das sich Rein ausgedacht hatte, haben die Kinder übrigens schnell erraten: Es war das Schaf.

 

Quelle: Super Mittwoch

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

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