„Wir fühlen uns wie ein Inkasso-Unternehmen“

Die neue „Spitzensport-Umlage“ führt zukünftig zu höheren Stargebühren für Turnier-Teilnehmer. Dafür müssen Hobby-Spielen künftig zahlen.

Foto: Jürgen Lange
Foto: Jürgen Lange

Für Spieler, die regelmäßig an Tennis-Turnieren teilnehmen, wird ihr Hobby in Zukunft deutlich teurer. Nach einem Beschluss des Deutschen Tennis Bundes (DTB), wird ab April 2017 bei allen Turnieren der Leistungsklasse pro Teilnehmer eine Gebühr von 5 Euro erhoben und an den Verband abgeführt. Mittels dieser „Spitzensport-Umlage“ möchte der DTB den Jugend- und Leistungssport intensiver fördern. Sie stößt aber in Stolberg keineswegs auf Begeisterung.

 

Von der Umlage betroffen ist jedes offizielle Turnier, das beim Verband angemeldet wurde. Jeder Teilnehmer an sogenannten Leistungsklasse (LK)-Turnieren, bei denen die Spieler ihre Leistungsklasse verbessern können, werden vom DTB zur Kasse gebeten. „Die Anzahl solcher LK-Turniere ist in den letzten Jahren extrem gestiegen“ sagt Udo Chantré, langjähriges Vorstandsmitglied des TC Blau-Weiss Stolberg. Das bisher erhobene Startgeld für kleinere Turniere decke soeben die Aufwandskosten der Vereine. Ob diese Turniere in Zukunft trotz der „Spitzensport-Umlage“ und damit höherer Kosten für die Teilnehmer noch Zulauf fänden, sei fraglich, erklärte Chantré.

 

Durch die „Spitzensport-Umlage“ werden besonders solche Spieler abgestraft, die häufig an Turnieren teilnehmen. „Genau das kann doch nicht im Sinne des Erfinders sein“, beanstandet Udo Chantré. Vielmehr sei dem Verband doch an aktiven Mitgliedern gelegen, die die Tenniskultur weitertragen. „Durch die Umlage würden sich Hobby-Spieler in Zukunft genau überlegen, bei welchen Turnieren die Teilnahme lohnt und demnach wohlmöglich kleinere Turniere außen vorlassen“, befürchtet Chantré. „Dabei kann es doch nicht im Interesse des Verbandes sein, dass weniger Tennis gespielt würde und sich die Hobby-Spieler auf wenige Turniere beschränken.“

 

Udo Chantré ist Koordinator der „Stolberg Open“ und bestätigte, dass aufgrund der Umlage des DTB die Startgebühr der „Open“ dieses Jahr von 20 auf 25 Euro erhöht werden müsse. Bisher sei die Teilnehmerzahl des Turniers von Jahr zu Jahr gestiegen. Die letzten „Stolberger Open“ lockten 150 Teilnehmer an. Sollte die Teilnehmerzahl in diesem Jahr ähnlich hoch sein, würden allein 750 Euro für den DTB zusammenkommen.

 

Ob der höhere Kostenaufwand für die Teilnahme am Turnier einige potenzielle Spieler abschrecke, könne im Vorhinein zwar nicht bestätigt, aber dennoch befürchtet werden, sagt Chantré. Schließlich seien 20 bis 40 Prozent der Teilnehmer an den „Open“ keine regelmäßigen Turnier-Spieler, für die „Open“ machten sie aber eine Ausnahme. „Durch die hohe Teilnehmerzahl konnten wir begehrte Preise ausgeben und Sponsoren gewinnen. Nun haben wir Angst, dass genau diese Teilnehmer aufgrund der Umlage fehlen und es im Umkehrschluss weniger Sponsoren und weniger tolle Preise gibt“, sagt der Koordinator des Turniers. Der TC Blau-Weiss versuche mit viel Mühe und Nachdruck den Hobby-Spielern zu erklären, dass die Umlage vom Verband komme und nicht vom Verein selbst.

 

Die „Spitzensport-Umlage“ bringt nicht nur Probleme sondern auch offene Fragen mit sich. Bisher wurde nur mitgeteilt, dass der Verein, der ein Turnier ausrichtet, die Gebühr an den DTB abführen muss, was einen bürokratischen Mehraufwand für die Vereine bedeutet. „Bisher wurde dem TC Blau-Weiss Stolberg nicht mitgeteilt, wohin das Geld fließen soll, wie es abgeführt werden muss und ob es für den Verein steuerliche Auswirkungen hat“, beanstandet Udo Chantré.

 

Neben den offenen Fragen besteht auch die Befürchtung, dass für die Vereine durch die Umlage zusätzliche Kosten anfallen. Schließlich werde die Startgebühr von angemeldeten Spielern, die nicht zum Turnier erscheinen, vom TC Blau-Weiss Stolberg bisher nicht konsequent eingetrieben. In Zukunft könnte diese gängige Praxis nicht mehr aufrechterhalten werden, wenn der Verband auch dann auf die Umlage bestehe, wenn angemeldete Spieler nicht antreten. „Wir kommen uns vor wie das Inkasso-Unternehmen des Tennisverbandes. Es ist ungerecht, wenn von oben entschieden wird, dass die Vereine die ganze Mühe haben, ohne ansatzweise das Angebot einer Hilfestellung zu bekommen“, sagt Udo Chantré.

 

Letztendlich bestehen beim TC Blau-Weiss Stolberg Zweifel, ob die Umlage an der richtigen Stelle ansetzt. „Natürlich sollen die Jugend und der Leistungssport vom DTB gefördert werden. Es ist allerdings zweifelhaft, ob es der richtige Weg ist, Spieler hierfür zur Kasse zu bitten, die hobbymäßig gerne an Turnieren teilnehmen, mit Leistungsport aber nichts am Hut haben.“

 

Annäherungen zwischen Stadtverwaltung und Eschweiler Tennis-Club Blau-Gelb

 

Die Stadtverwaltung und die Verantwortlichen des Eschweiler Tennis-Clubs Blau-Gelb verhandeln darüber, dass Blau-Gelb sein Areal an der Jahnstraße aufgibt und nach Dürwiß wechselt, wo zehn statt der bisherigen fünf Ascheplätze zur Verfügung stünden. Diese Möglichkeit scheiterte in der Vergangenheit am Veto des Pächters der Anlage in Dürwiß, allerdings scheint diese Hürde genommen.

 

Der Vorsitzende des TC Blau-Gelb kündigte an, seinen Mitgliedern das Projekt bei der Jahreshauptversammlung am 3. Februar vorzustellen. Der Vorstand plant, dass die Mitglieder vor den Sommerferien einen Entschluss fassen. „Einen Schnellschuss wollen wir nicht, weil manche Mitglieder durchaus gespalten sind, was einen möglichen Umzug nach Dürwiß betrifft“, berichtet Wild.

 

Einige der Tennisspieler bei Blau-Gelb denken sicherlich auch an den 19. März 2013. An diesem Tag wurde der TC Rot-Weiß Dürwiß aufgelöst. Vorausgegangen war ein viele Jahre dauernder Streit zwischen dem Pächter der Anlage am Freibad und dem Tennisclub, in dessen Zuge viele Mitglieder von Rot-Weiß zu Blau-Gelb wechselten.

 

Zwar klingt eine Erhöhung der Kapazitäten von derzeit fünf auf zehn Plätze für die Mitglieder des Tennis-Clubs Blau-Gelb durchaus verlockend, aber manche müssten auch eine weitere Anfahrt zu ihrer Sportstätte in Kauf nehmen. Dies gefällt nicht jedem.

 

Bei Hochbetrieb wird es auf der Anlage an der Jahnstraße jedoch eng. Zu den etwa 90 aktiven Spielern gesellen sich 30 Jugendliche, die regelmäßig dort das Racket schwingen. „Ich gebe zu, dass uns mehr Plätze gut tun würden“, räumt Wild ein. Eine Erweiterung an der Jahnstraße ist nicht möglich. Auch das Gebäude ist in die Jahre gekommen. Nach Informationen unserer Zeitung soll es einen Interessenten geben, in das Haus an der Dürwisser Tennisanlage zu ziehen. Im Rathaus äußert man sich nicht zu den aktuellen Gesprächen und verweist auf die gebotene Verschwiegenheit während vertraglicher Verhandlungen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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