Maschinenbrand am Nachtigällchen

60 Feuerwehrleute bei Leoni Kerpen im Einsatz.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Auf der Zweifaller Straße (L 238) macht nur der Aufmarsch von Löschfahrzeugen an der Bushaltestelle hinter dem Kreisverkehr Nachtigällchen aufmerksam auf das Geschehen im Inneren des Werksgeländes von Leoni Kerpen. Gegen 16.30 Uhr löste ein Feuer bei dem Kabelproduzenten einen Großalarm der Stolberger Feuerwehr aus.

 

Nach ersten Informationen der Wehrleitung war in einem so genannten Technikum, einer Art Bindeglied zwischen Labor und Großproduktion, aus noch nicht geklärten Gründen eine Maschine in Brand geraten. „In dem Gebäude wurden auch geringe Mengen an Chemikalien gelagert“, erklärte Feuerwehrsprecher Michael Konrads gegenüber unserer Zeitung. Dadurch habe sich starker Rauch entwickelt, der auch bis auf die Zweifaller Straße sichtbar und riechbar war.

 

Ein Mitarbeiter des Unternehmens, der sich zur Zeit des Brandes noch in dem Technikum aufgehalten habe, wollte mit einem Feuerlöscher gegen den Brand vorgehen, kam aber vor lauter Qualm gar nicht mehr zum Brandherd, berichtete aus Nürnberg der Konzernsprecher Sven Schmidt. Der Mitarbeiter wurde vorsichtshalber zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Der Mann hatte offensichtlich geringe Mengen des Rauchs eingeatmet.

 

Die Geschäftsleitung sagte zur Beruhigung der Mitarbeiter die Nachtschicht ab; die Produktion soll heute wieder wie gewohnt aufgenommen werden können. Herstellungsanlagen waren von dem Brand nach Unternehmensangaben nicht betroffen.

 

Der Brand selbst konnte schnell gelöscht werden, erklärte Konrads weiter. Einige Hundert Liter Wasser waren dennoch erforderlich, um die Flammen niederzuringen und die Chemikalien zu kühlen. Die Feuerwehr verweilte dennoch vor Ort, weil die Halle so stark verraucht war.

 

Die Stolberger Feuerwehr war mit rund 60 Mann vor Ort: Neben der Hauptwache waren zwei weitere Züge mit den Löschgruppen Mausbach, Werth, Vicht, Zweifall sowie Dorff und Büsbach im Einsatz. Zudem waren die Einsatzkräfte in der Hauptwache an der Kesselschmiede vorsichtshalber verstärkt worden, falls es zu weiteren Einsätzen im Stadtgebiet gekommen wäre. Kurz nach 18 Uhr konnte das Gros der Einsatzkräfte wieder in ihre Unterkünfte abrücken.

 

Der Feierabendverkehr auf der Landesstraße blieb von dem Einsatzgeschehen weitgehend unbeeinträchtigt. Lediglich die Busspur war als Aufstellungsraum genutzt worden. Dieses wäre aber für eine junge Rollstuhlfahrerin fast zu einem Problem geworden. Doch der Gelenkbus der Linie 1 konnte – von Feuerwehrkräften dirigiert – aus dem Kreisverkehr den Bordstein so anfahren, dass die junge Frau mit ihrem Rollstuhl über die ausgeklappte Rampe recht problemlos in das Fahrzeug rollen konnte.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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