Entwurf für einen Hochaltar der Mühlener Kirche im Nachlass gefunden

Dezember-Archivalie entstammt einer Sammlung mit Architektur-Entwürfen.

Carl de Berghes‘ Entwurf für den etwa sieben Meter hohen Hochaltar mit Spitzbögen, Fialen, Maßwerk und Strebepfeilern orientiert sich stark an hoch entwickelter gotischer Baukunst, während die Kirche selbst von großer Einfachheit geprägt war. Foto: Stadt
Carl de Berghes‘ Entwurf für den etwa sieben Meter hohen Hochaltar mit Spitzbögen, Fialen, Maßwerk und Strebepfeilern orientiert sich stark an hoch entwickelter gotischer Baukunst, während die Kirche selbst von großer Einfachheit geprägt war. Foto: Stadt

Im Besitz von Bürgern mit Ämtern, Ehrenämtern oder besonderem Engagement entstehen oftmals Sammlungen, die für die Nachwelt von historischem Interesse sind.

 

Das Stadtarchiv übernimmt gerne Nachlässe von Stolberger Bürgern, die in Zukunft etwas über unsere lokale Geschichte aussagen können. Ein Beispiel ist eine kleine Sammlung an Architektur-Entwürfen, die aus dem Besitz des Fabrikdirektors Adolf Bastin stammt. Als Mitglied der Baukommission für die erste Kirche Unterstolbergs war er beteiligt an der Planung der katholischen Kirche auf der Mühle ab 1850. Der beeindruckendste der Entwürfe von 1853 für die Innengestaltung der neuen Kirche zeigt auf 49 mal 69 Zentimetern den neugotischen Hochaltar. An den Seiten stehen Personifikationen des Glaubens und der Hoffnung, dargestellt mit ihren Attributen Kreuz und Anker. Das zentrale Kruzifix wird eingerahmt von Nischen für Figuren der Vier Evangelisten, die hier nicht abgebildet sind.

 

Unter dem Kreuz findet sich der Heilige Gral mit der Abbildung einer Hostie. Der gotische Giebel über dem Kreuz trägt einen Vogel als Sinnbild des Heiligen Geistes, darüber war das höchste Feld für das Gottesauge in einem lichtdurchfluteten Dreieck reserviert. Der Künstler und Baumeister war Carl de Berghes aus Stolberg, der auch ab 1850 die neue Zweifaller Kirche geplant hatte. Bis ins 19. Jahrhundert war es normal, dass der Architekt auch für die gesamte innere und künstlerische Gestaltung verantwortlich zeichnete.

 

Der kleine, 1852 fertiggestellte Kirchenbau ist schon in den folgenden Jahrzehnten in der heute erhaltenen, weitaus größeren Kirche aufgegangen. Ihre Ansicht ist nur in wenigen Zeichnungen überliefert und dem Zweifaller Gotteshaus sehr ähnlich. Das Innere ist sonst vollkommen unbekannt. Mit dem Umbau von 1877 bis 1889 wurde es umgestaltet und ein neuer Hochaltar angeschafft.

 

Da der alte als von einer Marienfigur bekrönt beschrieben wird, ist nicht gesichert, ob es überhaupt zur (genauen) Umsetzung des gezeigten Entwurfs kam. Ob de Berghes schon das spätere Patrozinium der Muttergottes kannte oder dieses erst später in Betracht gezogen wurde, ist ebenso unklar. Der 1889 geweihte Flügelaltar trug Figuren der vier großen Propheten, eine Darstellung des Paschamahls und eine Kreuzigungsgruppe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der beschädigte Altar purifiziert, vereinfacht und schließlich 1960 durch einen neuen Altartisch ersetzt. Seither schmückt ein Sgrafitto der Krönung Mariens die Chorwand, gestaltet von Franz Griesenbrock. Carl de Berghes‘ Entwurf für den etwa sieben Meter hohen Hochaltar mit Spitzbögen, Fialen, Maßwerk und Strebepfeilern orientiert sich stark an hoch entwickelter gotischer Baukunst, während die Kirche selbst von großer Einfachheit geprägt war.

 

Quelle: Super Mittwoch

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