Mit Rübenfackeln durch den Martinsumzug

Kabarettist Jupp Hammerschmidt erinnert mit seinem aktuellen Programm „Da hammer die Bescherung“ im Stolberger Piano an Bräuche zur Weihnachtszeit in der Eifel. Originell und mitunter auch kurios.

Fo to: T. Dörflinger
Fo to: T. Dörflinger

Der Kabarettist Jupp Hammerschmidt weiß, die Menschen zu begeistern und prächtig zu unterhalten. Wenn er seine mit viel Humor und Ironie gewürzten Geschichten aus dem Nordeifeler Alltag der Nachkriegszeit zum Besten gibt, ist ihm die Gunst des Publikums sicher. So geschehen jetzt auch in der Altstadtkneipe „Piano“, als der 69-jährige Kabarettist, der auf eine langjährige Bühnenerfahrung zurückblicken kann, sein 60-köpfiges Publikum mit Parodie und Comedy zum Lachen brachte.

 

Angereichert hatte Jupp Hammerschmidt, der aus Monschau-Höfen stammt und nach einem Geschichts- und Germanistikstudium als Buchhändler tätig war, seine Geschichten mit selbst getexteten Reimen und Liedern.

 

Unter dem Titel „Da hammer die Bescherung“ versorgte Jupp Hammerschmidt, der zuvor rund zehn Jahre lang gemeinsam mit Hubert vom Venn als „Die zwei aus der Eifel“ aufgetreten war, seine Gäste in einem zweistündigen Programm mit Anekdoten rund um die momentane Advents- und Weihnachtszeit.

 

Dabei sparte er nicht mit Übertreibungen und Überhöhungen, um seinem Publikum den vermeintlichen Eifeler Alltag sowie das dortige Leben und Treiben in der Vorweihnachtszeit eindrucksvoll zu schildern.

 

Ein vorweihnachtlicher Alltag, der laut Hammerschmidt von den Unbilden der Witterung, angeblich besaß die Eifel durchgehend von August bis Mai eine geschlossene Schneedecke in Höhe von zwei Metern, und den Eigentümlichkeiten der Menschen und ihrer Bräuche geprägt war.

 

Dabei erinnerte der Kabarettist, der mit bürgerlichem Namen Wendelin Rader heißt und als Comedy-Autor Geschichten für das Fernsehen und das Radio schrieb, an die Rübenfackeln im Martinsumzug, die bunten Pappteller zu Nikolaus, den selbst gefertigten Adventskranz, das Weihnachtssingen in der Kirche und den Besuch der Christmette bei Eis und Schnee: und das Ganze immer gepaart mit Übertreibungen, Ironie und einen gehörigen Portion Humor und Witz.

 

Dabei kam auch der Eifeler Dialekt nicht zu kurz, der die Geschichten und Anekdoten mit den landschaftstypischen Eigenarten und Kennzeichen der Menschen anreicherte. Das Publikum war begeistert.

 

Immer wieder wurden die Darbietungen von spontanem Szenenapplaus und lang anhaltendem Gelächter unterbrochen. Schließlich kam das Vorgetragene - das der 69-jährige Komödiant durch die eigene Gestik und Mimik wirkungsvoll unterstützte - spaßhaft, drollig, originell und mitunter kurios und skurril daher. Verständlich und nachvollziehbar, dass Hammerschmidt, der mit unterschiedlichen Programmen bereits zum dritten Mal im Piano auf der Bühne stand, ohne zwei Zugaben nicht von der kleinen Bühne kam.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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